Tierschutz und Tierrechte

Zu der Arbeit als Tierschützer gehört für uns nicht nur das vermitteln ausgesetzter und abgegebener Tiere. Wir möchten auch aufklären über Tiere und ihre Rechte und über das Verhältnis von Mensch zu Tier, welches nur allzu oft ungerecht ist und auf Kosten der Tiere geht. Kurzum: Wir möchten den Stimmlosen eine Stimme geben. Und zwar allen. Den Ungeliebten und Verstossenen, den Wilden und Vernachlässigten, den Ermordeten und Misshandelten. Hierbei denken wir nicht nur an unsere Haustiere sondern auch an Wildtiere und unsere "Nutz"-Tiere.

Auf dieser Seite finden Sie kurze Berichte zu Aufklärungsarbeit, Mahnwachen, Rettungen und allen möglichen anderen Aktionen, für die sich unsere Mitglieder als Aktivisten engagieren.

Bei Fragen zu den Aktionen oder bei Interesse selber aktiv zu werden, wenden sie sich am besten per Mail direkt an uns.


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Geschichten aus den letzten Jahren 

Rettung: Elisa, Eloy und Valentin

Alles hat angefangen mit einer Whats App Nachricht an unsere Vorsitzende, Anja Roth. Ob wir nicht in der Lage wären ein Zwillingspaar Kälber vor dem Schlachter zu retten. Trotz der finanziellen Belastung und den damit verbundenen Unsicherheiten, wollten wir uns wagen diesen Schritt für die unschuldigen Geschöpfe zu gehen und dank der Hilfe und Unterstützung unserer wunderbaren Paten (s.u.) und der befreundeten Vereine Lebenshilfe Kuh und Co. sowie Animal Hope and Wellness, konnten wir Eloy und Elisa retten! Und nicht nur das: Der dreineinhalb Monate alte Valentin durfte gleich mitkommen, ins neue zu Hause auf dem Ablachtalhof in Mengen, wo Bauer Stefan Röck einen Milchviehbetrieb zu einem Lebenshof umgebaut hat:


 Besonders stimmig an der Rettungsaktion: Sie konnte ausgerechnet am Muttertag-Wochenende 2020 durchgeführt werden! 

Vor der Rettung: Valentin im dunklen Stall

Warum das etwas mit der Geschichte der drei Kälbchen zu tun hat? Nun, Elisa, Eloy und Valentin kommen aus einem kleinen Milchviehbetrieb aus der Region Freiburg. Dort ist Valentin am 14.02 und Elisa und Eloy (Zwillinge) vor 3 Wochen geboren worden. Geboren worden, damit ihre Mama, die sie nie in ihrem Leben wiedersehen werden, Milch produzieren kann, für uns Menschen, nicht für ihre Kinder. 

Ihr Leben ist nach der Geburt nichts mehr wert: Valentin ist ein Stier und kann keine Milch geben. Elisa und Eloy sind Zwillinge und da diese oft unfruchtbar sind, haben weder Stier noch Kuh einen Wert für die Industrie. Valentin verbrachte seine Tage gelangweilt in einer kleinen Box im dunklen Stall und wartete auf seinen letzten Gang zum Schlachter. Elisa & Eloy lagen isoliert von ihrer Mutter ein einem sogenannten Kälberiglu. Sie werden der Mutter weggenommen, damit die Milch, die die Natur für die Kälbchen vorgesehen hat von uns Menschen konsumiert werden kann.

Vor der Rettung: Elisa & Eloy im Kälberiglu

Und damit war ihr Schicksal besiegelt. Für einen Spottpreis zum Metzger oder in die Mast. Entweder direkt mit einem Bolzenschuss getötet oder verschickt ins europäische Ausland unter widrigsten Bedingungen gemästet, versklavt und am Ende eben trotzdem getötet. 

Mutter sein bedeutet Leben schenken, das wertvollste und mächtigste Symbol der Liebe, das unsere Welt kennt. Am Muttertag besinnen wir uns darauf. Sind dankbar für unser Leben, die Liebe unserer Mutter und die Kraft der Schöpfung, die der Mutter-Kind Beziehung innewohnt. 

Was für ein besseres Wochenende also, um 3 kleine Lebewesen aus einem System zu befreien, das eine Farce aus dieser Besinnung macht; einem System, das Mütter und Kinder entzweit, sobald das Kind das Licht dieser Welt erblickt; das Kinder als Abfallprodukt sieht, als Mittel zum Zweck, um die Produktion am Laufen zu halten; das Mütter zu Brutmaschienen macht; das Liebe durch Vergewaltigung und Leid ersetzt. Einem System also, das als ultimative Perversion der Liebe und Fürsorge erkannt werden muss, die eine Mutter seinem Kind gegnüber verspürt?

Für uns ist es ein wertvolles Symbol den Zirkel der Gewalt und des Leids zumindest für Elisa, Eloy und Valentin zu durchbrechen. Und wir machen uns keine Illusionen. Dies ändert nichts am System. Die nächsten Kälber waren schon geboren, als wir die drei abholten. Nichts wird sich ändern ohne dass wir unser Konsumverhalten ändern. Solange wird der Kreislauf aus Tod und Leid weitergehen. Aber: Zumindest für unsere drei Schützlingen ändert es alles, ändert es ihr gesamtes Leben. Und darüber sind wir glücklich und darauf sind wir stolz.

Nun muss so eine Rettung aber natürlich finanziert werden und dies wäre ohne zusätzliche Unterstützung für unseren Verein nicht möglich gewesen. Alleine der Unterhalt für jede Kuh beträgt 100 Euro im Monat. Hinzu kommen dann auch noch Tierarztkosten und das Ganze für das gesamte Leben der drei Kleinen. Das ist eine gewaltige Aufgabe für einen kleinen Tierschutzverein, vor allem wenn man bedenkt, dass eine Kuh zwischen 20 und 30 Jahren alt werden kann - ganz im Gegansatz zur Milchindustrie, wo eine Milchkuh, geschwächt und verbraucht von der regelmässigen Zwangsschwängerung, dem physischen und psychischen Stress und den oft schrecklichen Haltungsbedingungen, nach nur 3-4 Jahren als "Belohnung" für ihr Martyrium zum Metzger gebracht wird.

Deshalb haben wir uns an euch gewandt und Paten gesucht, haben mit befreundeten Vereinen beratschlagt und haben einen möglichen Lebensplatz für die drei gesucht. 

Innerhalb kürzester Zeit haben wir überwältigende Unterstützung erhalten. Wir konnten 15! Paten für die beiden gewinnen und konnten einen Platz im oben erwähnten Gnadenhof von Stefan Röck sichern.

Am 09.05.2020 durften die drei einziehen und ihr könnt euch nicht vorstellen wie wunderschön es war ihre ersten Schritte im neuen Stall zu beobachten. Obwohl die drei natürlich erstmal noch nicht auf die grossen Weiden können, haben sie den zusätzlichen Platz sichtlich genossen. Ein Freudensprung jagte den nächsten. Für 30 Minuten sprangen und rannten Valentin, Elisa und Eloy in ihren neuen Boxen herum, beschnupperten ihre neuen Nachbarn und kauten zufrieden am Heu. Nach Wochen und, im Fall Valentins, Monaten des Stillstehens und der Lethargie war das ein Ausbruch von Lebensfreude bei dem dann auch die ein oder andere Träne bei den beteiligten Tierschützern geflossen ist.

Wir werden euch auf dem Laufenden halten und sicherlich einen Besuch mit allen Paten organisieren, sobald die Beschränkungen durch die COVID-19 Pandemie aufgehoben werden. Bis dahin gibt es Bilder, Videos und Geschichten wann immer wir Neuigkeiten bekommen.

Zum Abschluss, an unsere Paten, nochmal ein ganz herzliches DANKE. Danke, dass ihr hinschaut, wo andere wegschauen, dass ihr aktiv werdet, wo andere gleichgültig sind, dass ihr mitfühlt, wo andere kalt sind. Ihr habt neues Leben geschenkt.

Britta Ferrari, Daniela Höfer, Janine Lachmann, Miriam & Leo Schmidt, Heike von Boetticher, U. Wolbeck, A.S., Be.S., Ba.S., J.F., M.O., N.C., S.K., P.W. und ein anonymer Pate.

Rettung: Reh Daisy

Den Anfang meiner Geschichte möchte ich am liebsten bald vergessen: 

Über 11 Jahre verbrachte ich in nicht im Wald bei meinen Artgenossen, sondern – so unglaublich sich das auch anhören mag – in einer kleinen Wohnung. Statt Kräuter und Blätter zu fressen und über weichen Waldboden gehen zu können, wurde ich nicht artgerecht ernährt, ich stand in meinen unbeseitigten Fäkalien und Tageslicht kannte ich nicht. Über die Jahre wurde ich immer kranker, meine Gelenke schwollen an, meine Klauen wuchsen fast bis zu den Knien, ich magerte ab und war von Ungeziefer übersäht – so verwahrlost und verängstigt wurde ich bei meiner Rettung aufgefunden. 


Mein Schicksal wendete sich mit einem Anruf des zuständigen Veterinäramts beim Tierschutzverein Markgräflerland, mit dem das Amt um Hilfe bei meiner Befreiung bat. In kürzester Zeit trafen Polizei, Veterinäramt, mehrere Tierärzte und Vertreter des Tierschutzvereins bei mir ein und endlich durfte ich mein Verlies verlassen. 

Jetzt werde ich gesund gepflegt, artgerecht ernährt und bekomme alle nötigen Medikamente – ich habe schon zugenommen und mich recht gut erholt, mein Fell ist nicht wiederzuerkennen. Zu meinen Artgenossen kann ich nie mehr ausgewildert werden, ich hätte keine Chance im Wald, denn das Leben draußen habe ich nie kennengelernt. Doch in der Obhut des TSVM bin ich so artgerecht wie möglich und in tierischer Gesellschaft untergebracht. Ich darf in der Sonne spazieren gehen, spüre Wind und Regen und lerne dabei, den Menschen wieder zu vertrauen. 

Mahnwachen

In regelmässigen Abständen (etwa alle 4-6 Wochen) veranstalten unsere Freunde von Basel Animal Save und Freiburg Animal Save eine Mahnwache (Vigil) vor den Schlachthöfen von Basel und Freiburg. Hier harren die Aktivisten in den frühen Morgenstunden bis zu 5 Stunden aus, um die letzten Augenblicke der Geschöpfe zu dokumentieren, bevor sie für unseren Genuss getötet werden.

Wie läuft ein Vigil ab?
Eine Gruppe von Menschen trifft sich vor dem Schlachthof. Sie warten auf die Anlieferung der Tiere, die hier getötet werden sollen. Wenn die Transporter kommen, versuchen einige aus der Gruppe, den Fahrer zum Stehen zu bringen, mit ihm zu reden und die Erlaubnis zu erhalten, die Tiere kurz ansehen zu dürfen, bevor sie in den Schlachthof kommen. Diese Vigils finden weltweit und auch in vielen deutschen Städten statt.

Kann man die Tiere sehen?
Nicht immer, viele Transporter fahren einfach durch.
Doch manchmal halten die Wagen und wir können die Tiere ansehen: Junge Bullen, die panisch im Anhänger trampeln, Kühe, die mit einem festen Seil um die Münder im Anhänger fixiert wurden und nicht einmal mehr muhen können, Kälber, die sich ängstlich hinter ihrer Mutter verstecken, sich an sie drücken, Schweine, eng gedrängt, die noch neugierig nach draußen schnuppern… diese Bilder lassen einen nicht mehr los.

Können wir den Tieren helfen?
Den Tieren, die angeliefert werden, können wir nicht mehr helfen, sie werden alle geschlachtet und wir stehen hilflos dabei, können es nicht verhindern. Trotzdem haben es diese Tiere verdient, aus der Anonymität geholt und betrauert zu werden. Mit den Fotos geben wir ihnen ein Gesicht, mit unserem Protest versuchen wir, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass Tiere fühlende Lebewesen sind und es ein großes Unrecht ist, sie einfach abzuschlachten. Diese Tiere müssen einen schrecklichen Weg gehen und wir dürfen sie nicht allein lassen. Je mehr Leute vor den Schlachthäusern stehen, desto mehr wird der Protest und unser Anliegen in der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Warum das alles?
Die Zustände bleiben, solange die Menschen Tiere nur als Produkte ansehen und nicht als empfindsame Lebewesen, die, wie jedes Wesen, ein Recht auf Unversehrtheit und ihr Leben haben. Und genau das ist der Grund für unsere Vigils. Wir wollen ein Zeichen setzen. Das Zeichen, dass wir diese Umstände nicht normal finden und das jedes Leben, welches in den Schlachthöfen dieser Welt ausgelöscht wird, ein Leben ist, um das es sich lohnt zu trauern.

Die Bilder sind vom 23.12.2019, einen Tag vor Heiligabend- dem Fest der Liebe, geschossen von 2 Mitgliedern des TSV Markgräflerland, die zusammen mit etwa 20 anderen Aktivisten vor dem Schlachthof von Bell in Basel ausharrten, um Abschied zu nehmen und zu dokumentieren.

 

Fleischschalenaktion in Freiburg

Es ist heiß in der Freiburger Fußgängerzone; sehr heiß. Deutlich mehr als 30°C hat es an diesem Sommernachmittag.
Trotzdem legen sich unsere beiden Freiwilligen Anni und Lucy in die selbstgebauten "Fleischschalen" und lassen sich mit Kunstblut beschmieren. Danach werden beide in Folie eingewickelt und mit einem Schild mit der Aufschrift "Qualitätsfleisch 3.99 €" versehen. 1.5 Stunden kochen sie auf diese Weise verpackt nun auf dem heißen Freiburger Asphalt.

Warum, fragt man sich, halten die beiden diese Strapazen aus?
Die Antwort ist einfach: Sie geben Milliarden gequälter und leidender Lebewesen eine Stimme.
Zusammen mit etwa 10 weiteren Tierschützern, Aktivisten und Umweltschützern verbreiten sie am Freitag die einfache und wichtige Nachricht: "Kein Lebewesen will sterben, alle müssen ein Recht auf Leben haben, auf ein selbstebstimmtes Leben, jenseits menschlicher Zwänge und Tyrannei."

Das präsentierte Menschenfleisch mag einigen zu extrem sein, aber nichtsdestotrotz bleiben die Menschen stehen, sind schockiert, diskutieren, sind offen für die Vision der Tierschützer:
Eine Welt ohne menschengemachtes Tierleid. 

Die Aktion rüttelt die Passanten wach und hilft eine Diskussion zu beflügeln, die sich manchmal nur schwer erreichen lässt, wenn nur mit Schildern und Infomaterial gearbeitet wird. Genau darauf haben Organisatorin Sonia-Ellen und die anderen Freiwilligen gehofft.
Denn jedes Tier kann leiden, kann Schmerz fühlen, hat Angst und will leben.

 

Ob Mensch oder Tier:

 

Fleisch ist Fleisch
Angst ist Angst
Tod ist - immer und unwideruflich - Tod.

 

 


Die Aktion fand im Juli 2019 in der Freiburger Fußgängerzone statt.

Dominion Screening im Kino Buggingen

Zum Jahresanfang mieteten wir in feundlicher Zusammenarbeit mit Besitzer Michael Karg das Bugginger Kino und konnten dort die Dokumentation "Dominion" für ca. 70 interessierte Menschen vorführen.

Chris Delforces Film, der unter anderen von Joaquin Phoenix und Rooney Mara erzählt wird, nutzt neueste Technologien (z.B. mit Kameras bestückte Dronen) sowie versteckte Kameras, um die Missstände in der modernen Massentierhaltung aufzudecken. Während sich der Film hauptsächlich auf die Nahrungsmittelproduktion konzentriert, werden auch verschiedene andere Bereiche erkundet, in denen der Mensch Tiere ausnutzt oder misshandelt, sei es in der Wissenschaft, in der Unterhaltungsindustrie oder der Kleiderherstellung. „Dominion“ ist deshalb am Ende viel mehr als nur eine Dokumentation über Tierleid. Er hinterfragt auf fundamentale Art und Weise unsere Moral und die Validität unseres Herrschaftsanspruchs über das Tierreich.

„Dominion“ ist kein leichter Film und fordert vom Zuschauer Kraft und Offenheit für die präsentierten Gedanken. Er bietet keine einfache Lösung für die dargestellten Missstände. Die Verantwortung wird nicht an die Betreiber der Schlachthöfe, Pelzfarmen, Zirkusse und Laboratorien abgegeben. Vielmehr ist der Konsument, also jeder von uns, dazu aufgerufen sein Verhalten zu hinterfragen. „Dominion“ entlarvt auf eindrückliche und erschütternde Weise unsere Doppelmoral im Umgang mit Tieren und kritisiert unsere Wegschau-Mentalität. Er schockiert und macht fassungslos. Er frustriert und macht  traurig. Er hat aber auch die einzigartige Kraft uns zu verändern und uns zu nachdenklicheren und bewusster lebenden Menschen zu machen.




„Wenn das Leiden eines anderen Geschöpfes dich dazu bringt, Schmerz zu empfinden, unterwerfe dich nicht dem anfänglichen Wunsch, vor dem Leidenden zu fliehen, sondern komme ihm im Gegenteil so nah wie möglich und versuche ihm zu helfen.“ Leo Tolstoy




Die Dokumentation ist frei auf YouTube verfügbar: